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Insel der Möglichkeiten


Lillenorge ist ein imaginärer Ort. Es könnte eine Wohngegend sein, ein Tal oder eine Bucht. Es könnte eine Kurzgeschichte sein, der nächste Eckladen oder ein Blinddate. Es könnte dieses besondere Gefühl sein. Es könnte eine Insel sein.

Vor allem ist es aber der Traum und die Vorstellung einer heimwehkranken Norwegerin in Deutschland. Für einen klassischen Musiker hat Deutschland alles zu bieten, aber einige Bande sind schwer zu kappen.

Ich kann nicht die Fjorde, die Luft, das Meer und die Berge die endlose Weite und die offene Landschaft und die reine und frische Natur mitbringen. Durch die einzigartige musikalische Ausdrucksweise und Vielfältigkeit, welche norwegische Kultur zu bieten hat, kann ich aber doch ein Auszug von alldem mitnehmen: die unerschrockenen und unabhängigen Stimmen, die suchende Neugier und die kreative Entwicklung der dortigen musikalischen Traditionen.

Ich mag das Bild von der Insel. Das ist ein abgetrenntes Stück Land, das auf seinen eigenen Wurzeln dahin treibt und seine eigene Stimmung erschafft. Ich stelle mir vor, ein Stück norwegischer Landmasse losgerissen zu haben und es in Berlin einzupflanzen.

Es dient, verankert vom 14. bis 17. April 2016 in der Kulturbrauerei in Berlin, als schwimmende Heimstatt für eine exklusive Auswahl norwegischer und deutscher Musiker. Seit die Idee von Lillenorge Gestalt annahm, war es unser Ziel, einen Ort mit Eigenleben zu erschaffen. Platz für neue musikalische Sinne zu sein, die wir nicht voraussagen oder kontrollieren können, und wo das Publikum unmittelbarer Bestandteil dieses persönlichen und intimen Prozesses ist.

Gunilla Süssmann

Foto: Felix Broede